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Fitness-Tracker und Cybersecurity: Das solltet ihr wissen

Fitness-Tracker erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Nicht nur Sportlern, auch weniger aktiven Menschen macht es Spaß, ihre sportlichen Aktivitäten im Alltag zu tracken. Dies ist auch keineswegs verkehrt. Schließlich geben uns diese Tracker auch verschiedene Bewegungsziele vor, die wir erfüllen sollen und das motiviert natürlich ein Stück weit. Aber worüber die wenigsten bei der Nutzung eines solchen Tools nachdenken, sind die Sicherheitsrisiken, die diese mit sich bringen können. In diesem Text erfahrt ihr, welche Gefahren durch Fitness-Tracker entstehen können und mit welchen Sicherheitsmaßnahmen ihr euch schützen könnt.

Sicherheitsrisiken durch Fitness-Tracker

Den meisten Nutzern von Fitness-Trackern ist nicht bekannt, dass diese sicherheitsrelevante Schwachstellen aufweisen, oder sie haben schlicht noch nie darüber nachgedacht. Aber feststeht, dass diese Uhren einiges über uns wissen. Sie kennen unseren aktuellen Standort, wie lange wir uns üblicherweise wo aufhalten und sie haben persönliche Gesundheitsinformationen über uns. Diese werden per Bluetooth oder über WLAN auf ein Smartphone übertragen. Dabei können Cyberkriminelle an unsere Daten gelangen. Und wenn dies erstmal passiert ist, gibt es vieles, was Hacker damit anstellen können. So können sie sich zum Beispiel in Bankkonten oder andere Accounts einloggen. Wie ihr euch sicher vorstellen könnt, kann das zu großen finanziellen und persönlichen Schäden führen.

Datenklau
Antje Delater / pixelio.de

Die Daten, die Hacker durch Fitness-Tracker sammeln, können ebenso an Datenanalysefirmen verkauft werden. Unter Umständen könnten die gewonnenen Informationen auch dazu genutzt werden, Personen aufzuspüren.

Es ist zwar so, dass sich Cyberkriminelle im Moment noch eher weniger an Fitness-Tracker halten, da die gewonnenen Daten schwierig zu erfassen sind, aber unmöglich ist es nicht. Und genau deshalb, sollten auch für Fitness-Uhren Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden.

Sicherheitsmaßnahmen für euren Fitness-Tracker

Gerade weil ein Fitness-Tracker so viele Informationen über uns sammelt, sollten einige Maßnahmen ergriffen werden, um den Gebrauch so sicher wie möglich zu gestalten.

Passwörter ändern

Von Beginn an sind auf Fitness-Trackern und anderen elektronischen Geräten meist einfache Passwörter eingestellt. Da diese für Hacker meist leicht herauszufinden sind, solltet ihr die Passwörter sofort ändern. Ein sicheres Passwort enthält Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen. Es sollte keine persönlichen Daten, wie Name, Geburtsdatum usw. enthalten. All dies gilt auch für das Smartphone, mit dem der Fitness-Tracker gekoppelt ist.

Behaltet die Berechtigungen im Auge

Ein Fitness-Tracker erfordert bestimmte Berechtigungen, damit man ihn richtig nutzen kann. Allerdings müssen nicht alle Berechtigungen erlaubt werden, nach denen die Software, mit der der Tracker läuft, fragt. So ist zum Beispiel ein Zugriff auf Fotos oder Kontakte nicht unbedingt nötig und sollte demnach nur nach reiflicher Überlegung erfolgen. Da sich nach einem Software-Update auch immer wieder automatisch etwas an den Berechtigungen ändern kann, sollten diese regelmäßig überprüft werden.

Vergesst die Updates nicht

Alle unsere Geräte, die eine Verbindung zum Internet haben, müssen regelmäßig mit den neuesten Aktualisierungen versorgt werden. Ist dies nicht der Fall, laufen sie über eine veraltete Software und dies birgt Risiken durch eventuell bestehende Sicherheitslücken. Dies gilt auch für Fitness-Tracker. Wenn möglich wählt am besten gleich die Funktion „Automatische Updates“. Dann braucht ihr euch selbst nicht mehr darum zu kümmern. Da Software-Updates so wichtig sind, solltet ihr euch für Fitness-Tracker entscheiden, von denen ihr euch sicher seid, dass sie auch für längere Zeit mit Aktualisierungen versorgt werden.

Auf verschlüsselte Datenübertragung achten

Die Daten, die von Fitness-Trackern gesammelt werden, müssen zu den gekoppelten Smartphones und zu den Herstellerservern übertragen werden. Dabei solltet ihr darauf achten, dass eine Transport- und Speicherverschlüsselung verwendet wird. Empfehlenswert ist hier auf jeden Fall ein VPN, denn damit werden alle Daten verschlüsselt durch einen Datentunnel übertragen. Ein VPN ist nicht nur in Bezug auf Fitness-Tracker eine gute Idee, sondern auch für alle anderen Geräte die mit dem Internet verbunden sind. Ein VPN für Android sollte generell in Erwägung gezogen werden.

App aus vertrauenswürdigen Quellen

Auch hier gilt, dass ihr die Apps, die ihr für euren Fitness-Tracker nutzt, ausschließlich aus Quellen bezieht, die vertrauenswürdig sind. Das heißt, holt sie euch am besten aus dem offiziellen App-Store eures Anbieters und verzichtet auf Drittanbieter-Apps. Wer das nicht tut, geht das Risiko ein, sich über die App Malware auf seine Geräte zu holen.

Man kann also festhalten, dass es zwar nicht so wahrscheinlich ist, dass ein Fitness-Tracker gehackt wird, wie es das bei einem Smartphone oder Computer ist, aber dennoch ist es keineswegs auszuschließen. Gerade aus datenschutzrechtlichen Gründen standen einige der heute angebotenen Tracker bereits in der Kritik, da sie viele unserer Daten sammeln, aber wohl nicht so viel Wert auf deren sichere Verschlüsselung legen.

Die oben aufgeführten Sicherheitsmaßnahmen sind schnell und einfach durchzuführen und erfordern kein spezielles Fachwissen. Diesen geringen Aufwand sollte jedem von uns seine Sicherheit wert sein.