Heute schon per App gepetzt?

Heute schon per App gepetzt?

Am gestrigen Samstag wurde in Berlin im Rahmen der Velo-Messe eine neue App vorgestellt, die sich Wegeheld nennt und seit gestern erhältlich ist. Was auf den ersten Blick recht vielversprechend klingt, ist auf den zweiten Blick jedoch wenig heldenhaft und viel mehr eine App zum Verpetzen. Wer einen Falschparker entdeckt, der kann mit dieser App direkt eine Meldung an die zuständige Straßenverkehrsbehörde machen. Dabei handelt es sich zwar nicht um eine Anzeige, aber immerhin um eine Meldung an behördliche Stellen, die anschließend die Möglichkeit hätten, den Falschparker aufzusuchen und entsprechend zur Rechenschaft zu ziehen. Noch ist die Reaktion der Behörden jedoch verhalten.

 

Das kann die App Wegeheld

Entdeckt ein Nutzer der App Wegeheld einen Falschparker, dann kann er auf einer Straßenkarte eine Markierung setzen. Dazu kann angegeben werden, in welcher Straße sich der Falschparker befindet, um welche Art Vorfall es sich handelt und auch das Kennzeichen lässt sich hier eintragen. Wer möchte, kann direkt ein Foto vom falsch parkenden Auto machen und dieses zur Markierung hinzufügen. Ganz eifrige Straßensheriffs haben außerdem die Möglichkeit, direkt eine Mail an die zuständige Straßenverkehrsbehörde zu schicken. Mit dem Start gestern waren bereits über 100 solcher Mailadressen in der App eingetragen. Erweitert werden kann die Liste von den Nutzern selbst. Was die Behörde dann jedoch mit dem möglichen Mailansturm macht, das wird wohl jede Stadt selbst entscheiden. Für die eine oder andere Behörde könnten die Einnahmen durch verhängte Bußgelder verlockend sein.

Neu

Idee hinter der Wegeheld App

Mit seiner App Wegeheld lehnt sich der Entwickler Heinrich Strößenreuther weit aus dem Fenster und stößt schon jetzt auf eine zwiegespaltene Reaktion. Die einen halten eine solche App für lange überfällig, die anderen fühlen sich an Methoden der Stasi erinnert. Finanziert hat Strößenreuther die Entwicklung der App aus eigener Tasche und laut Medienberichten prüft er bereits den Antrag auf Gemeinnützigkeit. Aktuell ist Wegehelden nur für Android erhältlich, doch bald soll auch eine Version für iOS folgen. Sie steht kostenlos zum Download bereit und wir fragen uns: Ist Petzen okay und vielleicht sogar hilfreich für die Verkehrslage und Parksituation oder geht so etwas gar nicht?

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Rudi

Auch wenn diese App zwiespältig aufgenommen wurde, finde ich, dass sie durchaus ihre Daseinsberechtigung hat. Man muss sich nur einmal anschauen, was Tag für Tag in puncto Verkehrschaos in der City los ist, und zwar in jeder deutschen City! Man muss sich aber auch nicht alles von den anderen Verkehrsteilnehmern bieten lassen. Darum würde ich die Nutzung dieser App mit der von fahrerbewertung.de kombinieren, denn manche Autofahrer haben es gar nicht anders verdient als gehörig „verpetzt“ zu werden.